SuperC 2Studienfunktionales Zentrum der RWTH Aachen Super C 2008

 

SuperC 3Wettbewerb: 2000, 1. Preis

Gemeinsam mit: Susanne Fritzer

SuperC 1Neben dem Hauptgebäude der RWTH soll der Neubau alle Dienstleistungen für Studierende an zentraler Stelle zusammenfassen und ein gemeinsames Forum für die Hochschule, die Stadt Aachen und die Wirtschaft bieten.
Das Raumprogramm umfasst verwaltungstechnische Einheiten, interdisziplinären Foren, Tagungs- und Konferenzbereiche, eine multifunktionale Halle und eine Cafeteria.
SuperC 4Der Entwurf des Gebäudes ist aus der Idee entstanden, einen Freiraum für öffentliche Aktivitäten zu erhalten und das Gebäude wie ein großes Schaufenster vor der geschlossenen Wand des stillgelegten Heizkraftwerks zu errichten.
Das Dach spannt sich wie ein Schirm über den Vorplatz und greift die Flucht des benachbarten Hauptgebäudes auf. So verschwindet das Gebäude nicht im rückwärtigen Bereich und die Präsenz im Straßenraum bleibt erhalten. Überdies lässt der Neubau so den Blick auf das Hauptgebäude aus östlicher Richtung frei.
SuperC 5Auf fünf Etagen sind die Verwaltungseinheiten mit dem Service für Studierende untergebracht. Die Erschließungs- und Wartebereiche orientieren sich nach Süden und bieten dem Besucher Blickbeziehungen zur Stadt.
Sämtliche Nutzungen sind von außen sichtbar: die Treppe im Vorplatz gibt den Blick in die Ausstellung frei, Fassade und Atrien des Dachgeschosses lassen den Konferenzbereich erscheinen, die transparente Südfassade zeigt sowohl die Erschließungs- und Warteflächen als auch die Besprechungs- und Büroräume des Servicebereichs.
Das auskragende Dachgeschoss beinhaltet die Konferenzräume. Die multifunktionale Halle liegt unter dem Vorplatz und kann über die Eingangshalle oder direkt von außen über eine in den Platz eingeschnittene Treppe erschlossen werden.
Durch die funktionalen Verknüpfungen im Innern können die multifunktionale Halle, die Cafeteria und der Konferenzbereich auch separat und außerhalb der Öffnungszeiten der Servicebereiche für Studierende genutzt werden.

Das auskragende Dachgeschoss schützt nicht nur den Vorplatz, sondern trägt auch zur energetischen Optimierung des Gebäudes bei: im Sommer bietet es Sonnenschutz für die südliche Glasfassade. Im Winter und in den Übergangszeiten erreicht die tieferstehende Sonne die Fassade und die Räume werden durch die passive Solarenergie aufgewärmt. In den Bereichen an der Ost- und Westseite, die für Hauptnutzflächen energetisch problematischer sind, liegt die Erschließung des Gebäudes.
Das energetische Konzept des Gebäudes basiert darauf, zunächst die Umweltressourcen und natürliche Prozesse zu nutzen und nur bei extremen Lastspitzen herkömmliche Kühl-, Heiz- oder mechanische Lüftungssysteme einzusetzen. Abgesehen von den Versammlungsstätten können die Räume im Gebäude natürlich gelüftet werden. Auch die südliche Fassade wird mit Öffnungsflügeln ausgestattet, die eine natürliche Lüftung effizient unterstützen.

Eine 2.500 m tiefe Erdwärmesonde soll das Gebäude mit Wärme und – unter Zuschaltung einer Adsorptionskältemaschine – mit Kälte versorgen. Das Geothermieprojekt wurde als Demonstrationsvorhaben von der EU und dem Land NRW gefördert und unter der Leitung des Instituts für Markscheidewesen, RWTH Aachen, durchgeführt. Der Innovationscharakter liegt darin, dass erstmalig ein innerstädtisches Gebäude mit einer geschlossenen tiefengeothermischen Sonde versorgt wird. Es wurde von der EU-Generaldirektion für Umwelt jüngst als eines der “Best LIFE-Environment Projects 2007-2008″ ausgezeichnet.

Dem Gebäude ist im Januar 2009 auf der BAU in München durch Minister Tiefensee die Bronzemedaille des deutschen Gütesiegels nachhaltigen Bauens verliehen worden.

Fotos: Copyright Tomas Riehle / Artur