Oper Köln 3bEnergie-Monitoring Schauspielstätten

Oper Köln 1Energetische Querschnittserhebung von Spielstätten in Oper Köln 2Deutschland mit Intensiv-Monitoring des Scharoun Theater Wolfsburg mit Schwerpunkt Komfortuntersuchungen

In Deutschland gibt es rund 150 Theaterspielstätten. Diese wurden größtenteils zwischen 1820 und 1970 erbaut oder wiederaufgebaut. Entsprechend groß ist der Sanierungs- und energetische Optimierungsbedarf. Das von Prof. Eva-Maria Pape geleitete Forschungsprojekt der Technischen Hochschule Köln erstellt ein Benchmarking, das den Häusern eine Positionierung in der Energieeffizienz und die Identifizierung von besonders energieintensiven Bereichen erlaubt, gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi).

Eine interdisziplinäre Forschergruppe der Fakultät für Architektur, Institut für Energieeffiziente Architektur, und der Fakultät für Anlagen, Energie- und Maschinensysteme erstellt innerhalb von vier Jahren eine bundesweit angelegte Querschnittsanalyse mit zehn bis 15 Repertoirehäusern, die repräsentativ für die deutsche Opern- und Theaterlandschaft sind. Es wird die Struktur des Energieverbrauchs analysiert und energetische Schwachstellen dieses Gebäudetyps identifiziert. Die ermittelten Kennwerte sollen zudem dazu beitragen, die DIN Norm (DIN V 18599) für die Nutzungsrandbedingungen von Theater- und Schauspielstätten abzugleichen und zu optimieren.

Für die Querschnittsanalyse werden zunächst Daten zu Wirtschaftlichkeit, Nutzerzufriedenheit und Verbrauchsdaten wie Strom, Wärme, Kühlung, Luftförderung, Beleuchtung und Wasser erhoben. Zudem sind Zuschauerbefragungen geplant sowie Kurzzeitmessungen mit Mess-Dummies als „Kunstfiguren“ mit integrierten Messsystemen für Luftqualität und -strömungen, Feuchtigkeit und Temperatur. Der Vorteil der Dummies ist, dass sie flexibel eingesetzt werden können und es ermöglichen, Messdaten in Räumen in der Nutzerebene zu erfassen und in eine Datenbank einzuspeisen. Aus den gewonnenen Daten werden mit Hilfe des excelbasierten Werkzeuges EnerCalC der Nutz- und Primärenergiebedarf bilanziert und Schwachstellen sowie Einsparpotentiale aufgezeigt. Zudem sind energetische Analysen zu Teilenergiekennwerten mit dem Berechnungstool TEK-Tool sowie Lastganganalysen geplant.

Neben der Querschnittsanalyse unterzieht die Forschergruppe seit Ende 2017 das Scharoun Theater in Wolfsburg einem einjährigen Intensivmonitoring. Ursprünglich geplant war, das Intensivmonitoring anhand der sanierten Oper und Schauspielhaus der Stadt Köln durchzuführen. Aufgrund einer Verzögerung der Bauarbeiten konnte dies jedoch nicht durchgeführt werden. Durch die detaillierte Erfassung und Analyse der Daten über die Messeinrichtungen kann im Rahmen des Monitorings die Überschreitung der festgelegten Sollwerte und Komfortgrenzen für die Referenzräume genauestens festgestellt werden. Anschließend ist ein dreijähriges Langzeitmonitoring durch ein Begleitforschungsteam der Forschungsinitiative „EnOB – Forschung für Energieoptimiertes Bauen“ geplant.